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Alexander Bonde„Oft bedarf es nur eines leichten Anstoßes“

Kulturforum Freiburg: Herr Bonde, die DBU hat das Projekt „Blühende Industriegebiete“ gefördert. Was ist dabei herausgekommen?

Bonde: Das Bildungsprojekt hatte zum Ziel, junge Menschen weiterzubilden und das Industriegebiet Freiburg Nord naturnaher zu gestalten. Beides ist sehr erfolgreich gelungen! Besonders erfreulich finde ich, wie interessiert die Unternehmen an der Potenzialanalyse und den Kartierungen waren. Sie wissen jetzt, dass Eidechsen, Brutvögel und Wildbienen auf ihrem Gelände vorkommen und wollen ...

diese Arten bei ihren zukünftigen Planungen berücksichtigen. Damit wurde das Projekt zum Modell für andere Industriegebiete. Wie groß das Potenzial allein in Baden-Württemberg ist, lässt sich daran ermessen, dass ein Prozent der Landesfläche aus Industrie- und Gewerbegebieten besteht. Das entspricht ungefähr 50.000 Fußballfeldern.

Kulturforum Freiburg: Wie teuer ist es für Unternehmen, in dieser Richtung aktiv zu werden?

Bonde: Das muss überhaupt nicht teuer sein: Eine Blühwiese anzulegen, war mit wenigen hundert Euros umzusetzen. Einen Außensitzplatz für eine Kantine mit einer GreenCity Wall mit tausenden Pflanzen zu erweitern, ging dagegen in Richtung 200.000 Euro, wobei die Erweiterung früher oder später ohnehin gekommen wäre, aber eben nicht mit einer derartigen Begrünung.

Kulturforum Freiburg: Müsste nicht jedes Unternehmen Abstandsgrün in Blühstreifen verwandeln? 

Bonde: Klimawandel und Artenrückgang zwingen uns zu einem grundlegenden gesellschaftlichen Wandel, wobei sich Klimaanpassungen und Artenschutz gut vereinen lassen. Bäume können als Schattenspender und zur Kühlung wichtig sein. Dach- und Fassadenbegrünung haben ähnliche Effekte. All das dient immer auch dem Artenschutz. 

Alexander Bonde, Jahrgang 1975, ist seit 2018 Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Siehe auch:  Das Projekt „Blühende Industriegebiete“ offenbart die Schwächen im Industriegebiet Freiburg Nord

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