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drklogoAuch hier in Freiburg können junge Erwachsene aus verschiedensten Regionen der Welt weltwärts-Freiwilligendienste leisten. So arbeiten die beiden mexikanischen Freiwilligen Gustavo Ramirez Alanis (27 Jahre)  und José Alberto Clemente Méndez (25 Jahre) über das Badische Rote Kreuz für ein Jahr in sozialen Einrichtungen hier vor Ort. Die beiden habe ich getroffen und ein spannendes Interview...

mit ihnen geführt. Es wird deutlich, dass den jungen Erwachsenen einige Dinge in Freiburg und Deutschland gut gefallen, die Menschen ihnen hilfsbereit begegnen und sie wohl einen Teil von sich hierlassen und einen Teil von Freiburg mit zurück nach Mexiko nehmen werden. Hier erzählen sie von interkulturellen Erfahrungen, die sie in ihrem Jahr in Freiburg sammeln.

Zunächst stellen die beiden sich selbst vor:

Foto entidadGustavo: „Ich komme aus Mexiko, bin Sportpsychologe, spiele gern Fußball und mache gern Musik. Hier in Freiburg arbeite ich mit Senioren, die häufig blind und dement sind.“

(Foto: Gustavos Arbeitsplatz)

José: „Ich komme auch aus Mexiko, bin selbstständiger Grafikdesigner, mache also Musikvideos, Werbung und habe eine eigene Skateboard-Firma. Außerdem arbeite ich als in Mexiko freiwillig bei einer Organisation mit, die sich mit nachhaltiger Mobilität befasst. Hier in Freiburg arbeite ich in einer Kita mit Kindern von 0 bis 3 Jahren“.

Alina (Interviewerin Kulturforum): Wie kamt Ihr auf die Idee, einen Freiwilligendienst in Deutschland zu leisten?

J: „In der Organisation, in der ich mich in Mexiko engagiere sind auch deutsche weltwärts-Freiwillige und als ich gehört habe, dass es auch für mich als Mexikaner möglich ist, nach Deutschland zu kommen, habe ich mich sofort beworben und im zweiten Anlauf hat es dann geklappt.“

A: Wie fühlt Ihr Euch in Freiburg aufgenommen? Wo gibt es Anknüpfungspunkte?

J: „Ich finde, die Deutschen sind sehr nette Leute, aber die Sprache kann für mich manchmal eine Barriere sein. Trotzdem wurde mir immer geholfen, wenn ich etwas gebraucht habe.
Meine Gastfamilie ist außerdem echt super. Mein Gastbruder und ich teilen viele Interessen und ich werde oft von ihm und meiner Gastmutter zu gemeinsamen Unternehmungen eingeladen.“

G: „Ich wurde hier in Freiburg sehr gut aufgenommen, sowohl in meiner Gastfamilie als auch vom Roten Kreuz. Auch von der Gesellschaft insgesamt fühle ich mich sehr unterstützt. Die Vielfalt und die Unterschiede, die es gibt, werden akzeptiert und ich erlebe die Menschen als sehr geduldig, wenn sie mich mal nicht verstehen.
Mit meiner Gastfamilie habe ich viel Glück gehabt. Für mich ist es schön und wichtig, dass die Gastfamilie mich aufnimmt, weil sie mich und die Idee des Freiwilligendienstes unterstützen. Wir gehen auch manchmal zusammen in die Berge, fahren Fahrrad und spielen zusammen Basketball. Sie sind mehr Freunde für mich als Gasteltern.

drk

 

 


A: Was nehmt Ihr mit aus Eurem Jahr? (neue Perspektiven, Lebensstil, Freundschaften?)

J: Ich glaube, bei mir sind es viele kulturelle Anteile. Zum Beispiel ist es hier sehr ordentlich, außerdem gefällt mir die Arbeitsstruktur in der Kita, in der ich arbeite. Diese Struktur würde ich gerne in meiner Arbeitsstelle in Mexiko einbringen. Natürlich gehen wir auch mit neuen Freundschaften und Sprachkenntnissen aus diesem Jahr.

G: Ich nehme ganz viele bereichernde Erfahrungen aus diesem Jahr mit – professionelle und auch persönliche. Meine soziale Arbeit ist oft schwierig und anstrengend, aber sie erfüllt mich persönlich und es macht mich glücklich, helfen zu können.
Mir gefällt sehr, welche Bedeutung den Umweltaspekten hier in Freiburg zugemessen wird, das zeigt sich für mich im öffentlichen Nahverkehr und der Sauberkeit auf der Straße. Ich erlebe auch ein harmonisches Zusammenleben in der Gesellschaft. Das sind neue Perspektiven, die ich mitnehme und ich hoffe, ich kann in Mexiko neue Ideen anstoßen.

A: Was wollt ihr noch sagen, über das Programm, eure Einstellungen zum Freiwilligendienst?

J: Mir fällt immer wieder auf, wie wichtig dieser interkulturelle Austausch ist. Wir gehen bald wieder nach Mexiko zurück und transportieren Ausschnitte der deutschen Kultur. Genauso machen es auch die deutschen Freiwilligen, sie kehren hierher zurück und bringen Dinge ein, die sie in Mexiko gelernt haben. Außerdem lassen wir einen Teil von uns hier, bei den Leuten, die wir hier kennengelernt haben. Zum Beispiel hat meine Gastfamilie vorher nicht scharf gegessen, seit ich hier bin probieren sie es immer wieder aus und sogar ein Kind im Kindergarten isst jetzt Chili!

G: Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich beim Roten Kreuz und der mexikanischen und deutschen Regierung zu bedanken, dass wir die Gelegenheit bekommen, hier in Freiburg zu leben und zu lernen.
Ich glaube, diese Erfahrungen helfen uns allen auf der ganzen Welt, wir merken, dass wir alle unterschiedlich sind und doch in Frieden zusammenleben können.

Durch das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderte weltwärts Süd-Nord-Programm wird deutlich, dass internationale Zusammenarbeit überall auf der Welt bereichernd sein kann. Es wird ein partnerschaftlicher, gleichberechtigter Austausch zwischen Süden und Norden angestrebt. Durch die Förderung einer Kommunikation auf Augenhöhe und gegenseitigem Lernen - der Freiwilligendienst ist ein Lerndienst - soll die Zivilgesellschaft in beiden Ländern gestärkt werden.

Für das Freiwilligenprogramm sucht das Badische Rote Kreuz auch für die kommende Generation wieder Gastfamilien, die Freiwillige aus Mexiko und Chile bei sich aufnehmen. Dieses Zusammenleben kann, wie Gustavo und José es beschreiben, für beide Seiten seht bereichernd und aufschlussreich sein. Momentan werden Gastfamilien für den Zeitraum von September 2019 bis August 2020 gesucht, allerdings sind auch kürzere Zeiträume möglich. Ihr Interesse ist geweckt? Hier bekommen Sie mehr Informationen zum Programm.

Vielen Dank an das Badische Rote Kreuz für die nette Zusammenarbeit.

Alina Unkelbach, KF

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