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Eine abenteuerliche Reise in die Kalahari!

wuestenapotheke coverDie Wüste Kalahari im Südwesten Afrikas birgt eine wahre Schatzkammer an Heilpflanzen, die von den traditionellen Heilern der Buschmänner seit Generationen genutzt werden. Daniel Oliver Bachmann hat sich auf die Suche nach dieser geheimnisvollen Wüstenapotheke gemacht. Ein abenteuerliches Reiseerlebnis in einer weiten, exotischen Landschaft. Eine magische Welt eröffnet sich Daniel Oliver Bachmann auf seiner über 8000 Kilometer langen Reise. Unterwegs begegnet er Menschen der San, Ovambo, Nama und Herero. Kräuterkundige Medizinmänner wie der sagenumwobene Doktor Kuvare weihen ihn in ihr altes Wissen ein und veranschaulichen mit ihrer rituellen Heilkunst, dass sie Zugang zu einer Dimension der Wirklichkeit haben, die uns bisher verschlossen blieb.

Daniel Oliver Bachmann
Die Wüstenapotheke
Droemer Verlag
ISBN: 3-426-27416-7
ISBN-13: 978-3-426-27416-3
 
Salz & Pfeffer
Eduard-Pfeiffer-Str. 10
70192 Stuttgart
Tel. 0711 / 2262309
Fax 0711 / 2262325
über das  Buch
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Foto von Rolf Jost:
wuestenapotheke 2

Textauszug:
Dr. Kuvare setzte sich an einen kleinen Tisch. Er legte seinen Spiegel und den Kuduschädel darauf und schloss die Augen. Er wirkte konzentriert. Plötzlich deutete er auf Bigy und murmelte etwas. »Was sagt er?«, flüsterte ich Eberhard ins Ohr. »Du kannst dich zwar hinter dem Schild verstecken. Aber ich sehe in dein Herz hinein.« Auch Eberhard hatte geflüstert, und ich war mir sicher, dass Bigy nichts von all dem verstanden hatte. Später sagte sie mir, dass sie auf einmal ein ganz eigenartiges Gefühl gehabt habe und am liebsten davongerannt wäre. Wieder murmelte Dr. Kuvare etwas, und Eberhard übersetzte: »Ich werde also Blut nehmen.« Mein lieber Herr Gesangsverein, dachte ich, und zu mehr kam ich nicht. Dr. Kuvare erhob sich, nahm den Unterarm der Himba-Frau und drehte ihn zu sich. Mit einem schmalen Metallstift fuhr er kreuzweise über die Haut. Ich konnte schmale weiße Striche erkennen. Dann bohrten sich seine Finger wie Klammern in den Arm. Er hob ihn an die Lippen und begann, heftig daran zu saugen. Ich sah in das Gesicht der Himba-Frau, sie wirkte nicht überrascht. Nach einer halben Minute ließ Dr. Kuvare den Arm los und spuckte gut einen viertel Liter Blut auf den Boden. Eine der Herero- Frauen reichte ihm eine Flasche Wasser und er spülte seinen Mund aus. Ich sprang auf, um mir den Arm der Himba-Frau anzuschauen, doch da war nichts zu sehen, nicht die leiseste Spur eines Kratzers. Auch die weißen Striche waren verschwunden. Dr. Kuvare setzte sich, klopfte mit dem Stift auf den Spiegel und schwieg mehrere Minuten lang. Dann sagte er etwas, eine der Herero-Frauen reichte ihm ein Säckchen, aus dem er Wurzelextrakte nahm und sie der Himba-Frau reichte. Dabei murmelte er Beschwörungen, und Eberhard flüsterte mir: »Sie leidet unter einer Nervenkrankheit. Er bespricht den Geist in ihr und bekämpft ihn mit Omumena-Kräutern.« Als Dr. Kuvare aufstand, konnte ich sehen, dass er wieder zitterte.
»Ende der Vorstellung?«, fragte ich leise. »So ist es«, antwortete Eberhard. »Kannst du fragen, ob ich ihn interviewen darf?«, fragte ich. Die Antwort kam prompt. »Dr. Kuvare ist einverstanden. Er sagt, dafür bist du doch gekommen.«

Foto von Rolf Jost:
wuestenapotheke bogenexperten
Was mich mein Leben lang antreibt, ist die Neugier. Ich wuchs in Schramberg im Schwarzwald auf, einem schönen Ort in einem tiefen Tal. Wenn ich als kleiner Pimpf aus dem Fenster sah, blickte ich auf hohe Berge, bewachsen mit dunklen Tannen. Ich fragte mich, was kommt hinter diesen Bergen. Irgendwann fand ich heraus: mehr Berge. Ich fragte mich, was kommt hinter denen, und so ging das weiter und weiter, bis irgendwann die Berge aufhörten, und neue Landschaften folgten. Die Fragerei hörte trotzdem nicht auf. Und für den Fall, dass es trotzdem mal nichts mehr zu fragen gibt, habe ich Plan B entwickelt. Plan B ist: Ich fange von vorne an. Doch so lange ich auf Menschen treffe wie Dr. Matheus Mutindi Kuvare, wird es nicht langweilig werden. Mir war klar, dass wir bis jetzt einer Inszenierung beigewohnt hatten. Ich verstand den Sinn der Handlung nicht, aber mal ehrlich, das tue ich im Theater selten. Ich war auch sicher, dass mir Dr. Kuvare etwas zu sagen hatte, ansonsten hätte er sich nicht die Zeit für uns genommen. Ich war neugierig, was es war. Dr. Kuvare, Eberhard und ich machten es uns in der kleinen Hütte bequem, die tatsächlich das Krankenhaus der Gegend war. Die Behandlungen im Bottle Store nahm er vor, weil es bequemer zu erreichen war. Es spielte auch keine Rolle, denn einen Unterschied zwischen beiden Räumlichkeiten gab es nicht. Während wir uns unterhielten, konnte ich seine Achtung vor Eberhard von Koenen spüren. So unterschiedlich die beiden Männer waren, sie zogen am selben Strang: Beide traten dafür ein, dass das uralte Wissen traditioneller Heilkunst nicht auf dem Altar des Kommerzes geopfert wird. Wie sich herausstellte, besaß Dr. Kuvare eine staatliche Approbation, ohne die er nicht praktizieren durfte. Seine Ausbildung hatte acht Jahre gedauert, anschließend war er durch viele Länder Afrikas gereist, um seine Kenntnisse über die heilende Wirkung von Pflanzen zu vertiefen. »Eine Blutabnahme wie diese«, sagte er, »macht im Zeitalter von HIV keinen Sinn. Aber ich kenne die Patientin und weiß, dass sie den Virus nicht trägt. Ich wollte dir zeigen, dass es Möglichkeiten jenseits eures Wissens gibt. Das war nur ein kleiner Teil.« Ich fragte ihn nach seiner Arbeitsweise. »Im Spiegel lese ich die Krankheitsgeschichte und die Symptome des Patienten. Es gibt traditionelle Heiler, die nur wenige Kenntnisse über die Anatomie des menschlichen Körpers haben. Ich setze auf die Symbiose unserer Kulturen: Was ihr wisst und was wir wissen, müssen wir zusammenbringen.«

Foto von Rolf Jost:
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