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Weltwärts MexikoNiklas Wagner aus Schallstadt absolviert ein Freiwilligendienst in Mexiko – und hofft auf finanzielle Unterstützung.

SCHALLSTADT. Die Gastfreundschaft, die Lebensfreude, das Leben des Moments – das reizt Niklas Wagner an Lateinamerika. Ein halbes Jahr war er als Austauschschüler in der zehnten Klasse in Argentinien, jetzt, nach dem Abitur, zieht es den 18-Jährigen wieder in die Ferne. Diesmal ist es Mexiko. Allerdings geht Niklas Wagner dort nicht auf Reisen, sondern er möchte dort arbeiten.

"Die Lage in Mexiko ist wegen des Drogenkriegs ganz schwierig, die Diskrepanz zwischen armen und reichen Menschen ist groß" sagt er. Als Einzelner könne man daran nicht sehr viel ändern, aber – da ist er optimistisch – "ein klein bisschen schon".

Seinen Einsatzort hat Niklas Wagner mit Hilfe von "Weltwärts", dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst, gefunden. Hier bündelt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine Vielzahl von Angeboten verschiedener Organisationen für Auslandsaufenthalte für junge Menschen. Niklas Wagner stieß hier auf das Angebot des DRK Südbaden. Es vermittelt in diesem Jahr rund 30 jungen Leuten aus ganz Deutschland Plätze für ein Freiwilliges Soziales Jahr in Lateinamerika. Mehr als 200 Bewerber habe es für die 30 Plätze gegeben, berichtet Niklas Wagner und freut sich, das Auswahlverfahren erfolgreich überstanden zu haben.

Was in Mexiko auf ihn zukommt, weiß er nur zum Teil. Sicher ist: Er wird mit seiner Arbeit im Dorf San José Xacaxamayo in der Nähe der Metropole Puebla die Fundación ¿Sabías que...? unterstützen. Diese private Stiftung möchte durch Vermittlung von Bildung und Aufklärung jungen Menschen einen Weg aus der Armut weisen, unabhängig von Politik und Religion. Daher wird Niklas Wagner an der Grundschule und der Secundaria unterrichten und die drei dort arbeitenden Lehrer unterstützen. 130 Kinder besuchen die Schule, der Ort selber hat 800 Einwohner. An einem Tag in der Woche wird Niklas Wagner zudem Projekte organisieren, die das Umweltbewusstsein der Schüler schärfen sollen. Wie genau diese Projekte aussehen können, hat er noch nicht überlegt. Wagner will erst einmal schauen, was den Schülern schon vermittelt wurde, vermutet aber, dass vor allem das Thema Müll eine Rolle spielen wird.

Von seinem Aufenthalt in Argentinien hat Wagner in Erinnerung, dass Dinge wie die Mülltrennung, die in Deutschland selbstverständlich sei, dort keine Rolle spielen. "Die Menschen sind da mit anderen Dingen beschäftigt."

Das nicht alles so sein wird wie zu Hause, motiviert Niklas Wagner. Er spricht gut Spanisch, das hat er auf dem Kepler-Gymnasium in Freiburg gelernt, dort war er auch Schülersprecher. Er ist politisch interessiert, hat sich im Kommunalwahlkampf 2014 in einem Projekt der Landeszentrale für politische Bildung engagiert und unter anderem Podiumsdiskussionen mit Kandidaten organisiert. Er hat Erfahrung mit der Betreuung Jugendlicher dank seiner Mitarbeit beim Jugendlager des Ökumenischen Arbeitskreises in Schallstadt. Und wie man sich auf einen Auslandsaufenthalt vorbereitet, bringt er selbst Schülern bei, die mit dem American Field Service (AFS) ins Ausland gehen. Niklas Wagner fühlt sich entsprechend gut gerüstet für seinen Aufenthalt in Mexiko. Durchhaltevermögen trainiert er auch: Neben dem Klavierspeilen ist der Triathlon eines seiner Hobbys.

Was er jetzt noch sucht, ist die finanzielle Unterstützung für sein Projekt. 75 Prozent der Kosten werden vom Bundesministerium übernommen, 25 Prozent vom DRK Südbaden. Dort, sagt Niklas Wagner, sei man aber froh, wenn sich die jungen Menschen an der Finanzierung des Aufenthalts beteiligen. Deshalb geht der 18-Jährige jobben und sammelt bei Eltern, Freunden und Bekannten Spenden und freut sich sehr über jegliche Unterstützung.

Info: Spendenkonto: DRK-Landesverband Badisches Rotes Kreuz e.V, Sparkasse Freiburg, IBAN: DE 75 6805 0101 0013 141516, Verwendungszweck: Spende Projekt ww1520, Niklas Wagner.

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